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Giersch – das Vitamin C Superfood

Kaum ein Kraut lässt die Gemüter von ordnungsliebenden GartenbesitzerInnen derart hoch gehen wie der wuchernde Giersch. Erst einmal im Garten ansässig geworden, überlegen sich viele Rasenliebhaber bereits wie sie ihn am schnellsten wieder ausgrasen können.

Doch der Giersch bereichert nicht nur viele kulinarische Gerichte sondern führt dem Körper noch dazu jede Menge Vitamin C zu. Als Pflanze des Monats Mai zeigt wild.wuchs.Natur noch mehr Gründe dafür auf sich über den Giersch im Garten zu freuen.

  • Pflanze: kräftige, mehrjährige, 30 cm bis 100 cm hoch werdende Staude

  • Blätter: dunkelgrüne, einfach bis doppelt dreifiedrige Blätter mit gesägtem Rand und dreieckigem, asymmetrischem Umriss an dreikantigem und im unteren Bereich hohlem Stängel.

  • Blüte: weiße Blütendolde, von Mai bis August mit kleinen, weißen und strahligen Blüten.

  • Früchte: eiförmige, bräunlich, bis 4 mm lang.

  • Geschmack: mild-würziges möhrenähnliches Aroma, der ihn roh wie gedünstet zum Top-Favoriten der Wildkräuterküche macht.

  • Sammelort: wächst vorzugsweise auf nährstoffreichen schattigen und feuchten Stellen mit humusreichen Boden.

  • Dreigeteilte, stark nach Karotte oder Sellerie duftenden Blätter

  • Dreikantiger Blattstiel

  • Junge Blätter sind hellgrün und glänzend, ältere dunkelgrün und stumpf

  • Wächst flächendeckend

Verwechslung möglich mit:

  • Junge Sprösslinge vom Schwarzen Holunder: die Holunderblätter sind jedoch nicht dreigeteilt und riechen auch nicht nach Möhre.

  • Engelwurzblätter: die Blätter haben an jedem Fiederansatz einen dunkelvioletten Ring

  • Gefleckter Schierling: Vorsicht giftig! Dieser weist einen rötlich gefleckten Stängel auf und riecht sehr unangenehm nach Mäusekot

Der Giersch setzt wenige Ansprüche an seine Umgebung (Wasser, Boden und Lichtverhältnisse) voraus. Am wohlsten fühlt er sich im (halb-)schattigen und feuchten Umfeld. Hat er sich einmal eingenistet, wird man ihn kaum wieder los. Somit findet man ihn praktisch in jedem Garten, aber auch in Gebüschen und im Wald. Denn die Wurzel und sogar Wurzelreste treiben immer wieder neu aus. Falls man den Giersch im Blumentopf anbauen möchte, erweist er sich auch hier als unproblematisch. Er wächst völlig unkompliziert und benötigt keinerlei Pflege. Er gedeiht von Frühjahr bis Herbst und wächst dabei ständig nach. Somit kann der Giersch fast das ganze Jahr über geerntet werden.

Warum man sich über den Giersch im Garten freuen sollte, zeigt ein Blick auf seine Nährstoffe: er ist ein Vitamin C Superfood! Denn unser „Unkraut” enthält mit 201 mg pro 100 g 4 Mal so viel wie Zitronen (51 mg) und doppelt so viel wie Grünkohl (120 mg). Daneben bringt er viel Provitamin A (doppelt so viel wie rote Paprika) und Eiweiß (6,7g/100g) mit. Er enthält hohe Werte an Mineralstoffen wie Eisen, Mangan, Kalium, Magnesium, Calcium, Zink sowie Kieselsäure und schlägt damit einen Großteil gängiger Kulturpflanzen um Längen.

Der Giersch wirkt entwässernd sowie verdauungsanregend und hilft bei der Entgiftung. In der Volksheilkunde wird er gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. Bereits Hildegard von Bingen hielt große Stücke auf den grünen Eroberer, der auch in vielen Klostergärten kultiviert wurde.

  • Blätter und Stängel: möglichst in jungem Zustand ernten, wenn sie noch leicht glänzend und zart sind und können ähnlich wie Spinat als Gemüse zubereitet werden. Die Blätter eignen sich getrocknet als ein intensives Würzmittel z.B. als Kräutersalz, für Limonaden oder Gelees.

  • Triebspitzen: sehr fein geschnitten für Rohkost, Salat, Dipp, Aufstrich, Suppe, Risotto oder Käsegerichte, Aufläufe

  • Blütenknospen: können von Juni bis August im knospigen oder halb geöffnetem Zustand geerntet werden, diese sind eine wahre Delikatesse für Salate, essbare Dekorationen oder als Butterbrotbelag

  • Früchte: Fenchel- oder kümmelartigen Geschmack würzen von Juli bis September manche Speisen