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HAGEBUTTE (Wildrose) – DIE ZITRONE DES NORDENS

Hagebutten- auch Hätscherl genannt, sind kleine rote Früchte der Wildrose, welche über Herbst und Winter die Hecken schmücken. Mit ihrer leuchtend roten Farbe ziehen Sie unsere Blicke förmlich an. Das sie essbar sind und ihr gesundheitlicher Wert anderen Früchte bei Weitem überlegen ist, wird dabei häufig übersehen.

Mit einem Vitamin C Gehalt bis zu 1250 mg / 100 g sind sie eine der vitaminreichsten heimischen Wildobstarten. Eine Ernte ist aufwendig, jedoch lohnt sich die Mühe, denn aus der Hagebutte lassen sich zahlreiche kulinarische und zugleich gesunde Köstlichkeiten zubereiten.

Bereits in der Volksheilkunde wurden Hagebutten vielseitig verwendet. Sei es als mildes Abführmittel, zum Stärken der körpereigenen Abwehrkräfte oder als Unterstützung bei Erkältungskrankheiten.

  • Pflanze: 3 m hoher Strauch mit häufig bogig überhängenden, stark verzweigten Ästen, locker wachsend, mit gekrümmten Stacheln mit breiter Ansatzfläche.

  • Blätter: 2-4 cm elliptischen, glänzende Fiederblätter mit gesägten Blattrand.

  • Blüte: blüht ab Juni bis Juli, 5-6 cm große meist rosa, rote oder weiße Blüten, schwach duftend, viele gelbe Staubgefäße.

  • Früchte: Ab August bilden sich die eiförmig bis runden, meist rot bis orangen Früchte die Hagebutten, oder Hätscherl bezeichnet werden, auf einem langen Stiel wachsend, glatt und glänzend, enthalten eine Vielzahl an fleischigen Scheinfrüchten mit vielen behaarten Nüsschen im Inneren, die ein natürliches Juckpulver ergeben.

  • Erntezeit: von September bis in den Winter hinein.

  • Geschmack: süß-säuerliches Fruchtmark, am aromatischsten sind sie, wenn sie schon weich sind

  • Sammelort: Man findet Sie meist an lichten Wald- und Wegrändern, im Laubwald, in Weingärten, Hecken und Gebüschen.

Die Hagebutte kommt mit fast allen Böden zurecht, bevorzugt jedoch einen trockenen, warmen, nährstoffreichen Lehmboden. Man findet Sie meist an lichten Wald- und Wegrändern, im Laubwald, in Weingärten, Hecken und Gebüschen.

Als ideales Vogelgehölz darf sie in keinem Naturgarten fehlen! Hagebutten geben bis zu 25 Vogelarten, vielen Säugetieren und Insekten Lebensraum und sind für Mensch und Tier eine Bereicherung. Sie wächst bis zu 3 m Höhe und 3 m Breite und blüht ab Juni. Die Wildrose kann einzeln oder, falls ausreichend Platz vorhanden, in Hecken gepflanzt werden. Für eine Topfkultur ist sie nicht geeignet.

SCHNITT
Ein Schnitt ist nicht unbedingt notwendig, es tut der Pflanze aber gut, wenn alte Triebe gelegentlich entfernt werden.

ERNTE
Wenn die Früchte bereits rot sind, aber noch fest, kann mit der Ernte begonnen werden. Die Fürchte können in festem Zustand leichter verarbeitet werden (ideal zum Einfrieren oder Trocknen).Flach auf einem Gitter aufgelegt, werden die Hagebutten nach einigen Tagen weich und aromatisch – man muss nicht auf den Frost warten.

Wenn die Hagebutten weich am Strauch hängen, kann man das süß-säuerliche Mark mit den Finger herausdrücken und naschen. Die weichen Früchte können auch zu Mus weiterverarbeitet werden. Siehe Kapitel “Verwendung in der Küche”, Variante 2.

Geerntet werden die Früchte durch abknicken – nicht “anreißen”, man erspart sich später die Entfernung des Stielansatzes.

HAGEBUTTE – DIE “ZITRONE DES NORDENS”
In der Volksheilkunde und Hausmedizin erfreuen sich die Hagebuttenkerne und Fruchtschalen aufgrund ihrer gesunden Inhaltsstoffe großer Beliebtheit. Die Früchte sind reich an Vitamin C (100 g Hagebutte liefern das 15-fache des Tagesbedarfs an Vitamin C, etwa 1250 mg), Carotinoiden, Flavonoide, Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Fruchtsäuren, Mineralstoffe und Pektin.

Sie stärken die körpereigene Abwehr, beschleunigen die Wundheilung und beugen Zahnfleischbluten vor. Durch die enthaltenen Fruchtsäuren wirkt Hagebuttentee harntreibend und eignet sich zur Schmerzlinderung bei rheumatischen Beschwerden. Außerdem hemmt er Entzündungen sowie den Abbau von Knorpelgewebe und verbessert insgesamt die Beweglichkeit.

EIN HAUSMITTEL GEGEN ERKÄLTUNGEN  & STÄRKUNG DER ABWEHRKRÄFTE
Der hohe Vitamin C Gehalt stärkt die körpereigenen Abwehrmechanismen, vor allem gegen Infektionen wie Erkältungen, Grippe und Schnupfen.Es unterstützt den Organismus auch bei der Regenerationnach Krankheiten. Bei Mischung mit Lindenblüten (1:1) erhält man einen wunderbaren Wintertee. Die enthaltenen Flavonoide schützen vor Krankheitserregern wie Bakterien und Viren.

Generell gilt: in der Küche können alle nicht züchterisch veränderten Wildrosen zur Verarbeitung zu Marmelade, Mus, Säfte, Sirup, oder Tee verwendet werden. Die am Häufigsten genannte Rosenart ist die Hunds-Rose (Rosa canina), sie trägt sehr ergiebige Hagebutten. Es gibt noch viele weitere Wildrosenarten, beispielsweise die Kartoffelrose (Rosa rugosa), Bibernell-Rose (Rosa spinosissima), Wein-Rose (Rosa rubiginosa), oder Essig-Rose (Rosa gallica).

Hagebutten harmonieren sehr gut mit anderen Obstarten wie Äpfel, Quitten, Dirndl u.v.m.

Blüten der Wildrose: In der Delikatessenküche können die zarten Blüten mit ihrem fein-süßlichen Rosenduft als essbare Dekoration verwendet werden. Sie verzaubern Desserts, Süßspeisen, Kuchen und Kekse. Häufig wird dafür selbst gemachter Wildrosen-Blütensirup, kandierte Blüten, oder Blütenzucker verwendet.

Früchte der Wildrose = “Hagebutte”: Hagebutten machen sich gut in Säften, Kompott, Mus, Sirup, Likör, Essig, Marmelade, zum Trocknen, Chutney, oder als Gelee.

Tipp: HagebuttenMus kann zu verschiedenen Zubereitungen, pikant  oder süß, weiterverarbeitet werden z.B. Suppe, Pizzasauce und Ketchup. Hagebuttensauce harmoniert auch besonders gut zu Wildgerichten und Putensteak.

Die im Spätsommer heranreifenden Hagebutten eignen sich getrocknet und mit heißem Wasser überbrüht für die Teezubereitung. Unterhalb der roten Haut befindet sich das süß-säuerliche Mark. Es erinnert an Tomatenmark und hat einen hohen Gehalt an Vitamin-C. Das Mark kann über zwei Varianten gewonnen werden:

HERSTELLUNG VON MUS:
Variante 1: behaarte Nüsschen entfernen

Stiel- und Fruchtansatz der Hagebutte entfernen, der Länge nach einschneiden und mit einem Löffelstiel die Nüsschen entfernen. Die Hagebutten kurz abwaschen, damit alle Härchen entfernt sind. Anschließend die Hagebutten in einem Topf mit Wasser knapp bedecken und weich kochen (ca. 15-30 Minuten). Mit einem Pürierstab fein mixen und je nach Verwendung weiter zu einer Marmelade, Ketchup, oder Sauce weiter verarbeiten.

Tipp: Die Kerne enthalten Vanillin, damit kann selbstgemachter Vanillezucker hergestellt werden! Die noch weißen Kerne trocknen und die feinen Härchen durch leichtes wegblasenentfernen (Härchen können zu Juckreiz führen).Kerne pulverisieren, mit Zucker vermischen und 2-4 Wochen stehen lassen.

Variante 2: „Flotte Lotte“
Stiel- und Fruchtansatz der Hagebutte entfernen und die Früchte im Ganzen in einen Topf mit Wasser bedecken (Alternativ kann Wein, Most oder Orangensaft verwendet werden). Topf über Nacht stehen lassen und dann auf kleiner Flamme erwärmen. Die Hagebutten ca. 30-45 Minuten sanft köcheln lassen. Die Hagebutten erst durch die „Flotte Lotte“ passieren, wenn sie fast schon zerfallen.

Variante 1 ist aufwendiger in der Vorbereitung, dafür ist die Ausbeute höher.
Bei Variante 2 ist die Ausbeute geringer, allerdings auch der Zeitaufwand.

Will man die Hagebutten zu Wein, Likör, oder Mus verwenden, die festen Früchte 2-4 Tage liegen lassen, damit sie weicher und aromatischer werden. Dadurch ist es nicht notwendig auf den Frost zu warten!
Die noch festen Hagebutten sind ideal zum Einfrieren geeignet. Durch die Frosteinwirkung werden die Früchte nach dem Auftauen aromatischer und können zu Mus, Marmelade etc. verarbeitet werden.

Bei der Teezubereitung die Hagebutten mit einem scharfen Messer der Länge nach aufschneiden und die Kerne samt Haaren entfernen. Bei niedriger Temperatur (ca. 40°C) trocknen und in gut verschließbare Glasbehälter aufbewahren.

Grundsätzlich verliert ein Tee mit der Zeit seinen Vitamingehalt. Hagebuttentee allerdings behält seinen vollen Gehalt an Vitaminen über Stunden. Trotzdem empfiehlt Pfarrer Kneipp einen Kaltauszug um das hitzeempfindliche Vitamin zu schonen (1 EL/ 500 ml Wasser mehrere Stunden ziehen lassen, dann auf Trinktemperatur erwärmen). Säurehaltige Früchtetee eher morgens trinken. Bei Sodbrennen den Tee besser meiden.

Aufgrund seines hohen Gehalts an Vitamin C empfiehlt es sich, die Hagebutte so wenig wie möglich zu kochen. So kann das hitzeempfindliche Vitamin C bestmöglich erhalten bleiben.

EIN UNBEKANNTES HAUPFLEGEMITTEL– Hagebuttenöl
Hagebuttenöl ist ein ideales Hautpflegemittel, es reinigt die Haut und entfernt abgestorbene Hautpartikel. Die enthaltenen Fruchtsäuren regenerieren die Hautzellen und schenken eine glatte, straffe und strahlende Haut. Bei regelmäßiger Anwendung können auch Verbrennungen, Ekzeme sowie Altersflecken und Sommersprossen reduziert werden.

Das Hagebuttenöl eignet sich ideal für die Weiterverarbeitung zu Salben, Hautcremes, oder Lippenpflege.
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