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Honig ein Schönmacher

Bienenhonig und Bienenwachs haben in der Grünen Kosmetik eine große Bedeutung. Wachs wird als natürlicher Konsistenzgeber in Hautcremes und Salben verwendet. Honig kann für sanfte Peelings und in Gesichts- sowie Körperreinigungsprodukten verwendet werden. Aber er kann auch pur auf die Haut aufgetragen werden. Honig wirkt auf der Haut antibiotisch, wundheilend, desinfizierend und lindert trockene, schuppige und unreine Haut. Honig bindet Wasser und macht die Haut geschmeidig und unterstützt, durch seinen schwach sauren PH-Wert, den Säureschutzmantel der Haut.

Honig als Schönheitsmacher
Honig pflegt trockene und unreine Haut

Für die Zubereitung einer gesunden Hautpflege werden ausschließlich naturbelassene sowie regional hergestellte Wachse und Honige aus biologischer Bienen-Imkerei verwendet. In meinen Kursen werde ich oft gefragt, wo der Unterschied zwischen herkömmlicher und biologischer Bienenhaltung sei. Welche Qualitätsunterschiede das mit sich bringe in Zusammenhang mit meinen Hautpflegeprodukten?

Frau Karin Jacobs wird es uns verraten. Sie ist begeisterte Hobby-BIO-Imkerin und fasziniert von Bienen:

Mein Name ist Karin Jacobs und mich hat die Wunderwelt der Bienen schon immer fasziniert.

Die Präsenz der Bienen in der Öffentlichkeit, meist leider mit negativen Schlagzeilen (Bienensterben), hat dann endgültig dazu geführt, etwas für das gesunde Überleben unserer Bienenvölker zu tun. Also aktiv, meine ich. Und so kam ich 2014 zu meinem ersten eigenen Bienenvolk, das ich gleich im eigenen Garten mitten in St. Pölten aufstellte. Nicht nur ich, sondern auch meine Familie war begeistert.

Es begann die Zeit, in denen wir die Natur viel genauer beobachteten: Wann blüht was? Wo fliegen die Bienen am liebsten hin? Ist der Ertrag im Garten mehr? Jeder Morgen begann mit einem Blick zum Bienenhaus um zu sehen wie es ihnen geht, ob sie fliegen, wie das Wetter wird. Auch das kann das erfahrene Imkerauge irgendwann erkennen. Unsere Bienen waren gleich eine Bereicherung für die ganze Familie.

Mit meiner doch noch kurzen Laufbahn gehöre ich zu den „Jungimkerinnen“. Begonnen habe ich mit einem konventionellen Bienengrundkurs. Gelehrt wurden unter anderem Tätigkeiten während des Bienenjahres, Materialkunde, Anatomie der Biene, Aufbau eines Volkes usw. Ohne Zweifel wichtig für den Imkerneuling. Die biologischen Aspekte haben mir aber auch damals schon gefehlt.

Die naturnahe Bienenhaltung ist enorm wichtig für mich. Diese gehört zur Partnerschaft mit meinen Bienenvölkern dazu. Nicht die reichliche Ernte soll das Ziel sein, sondern die artgerechte Haltung und Betreuung der Bienen.

2016 habe ich dann einen Bio-Imkerkurs absolviert und seitdem stelle ich auf absolute Bio-Imkerei um. Für mich ist nicht die Bio-Zertifizierung das oberste Ziel, sondern dass ich die besten Voraussetzungen schaffen kann, damit es meinen Bienen gut geht. Nur dann habe ich eine höhere Chance, dass sie gesund bleiben und über viele Generationen überleben und sich vermehren. Und die Produkte von meinen fleißigen Bienchen sind dann auch garantiert „Bio“.

Dieses Thema wird in der Gesellschaft häufig diskutiert und in Frage gestellt. Ich werde auch immer wieder gefragt, wie ich das denn überprüfen kann, wo die Biene hinfliegt? Die Biene ist ein wildes Tier und lässt sich nicht überreden nur Biopflanzen anzufliegen.

In der Imkerei bedeutet BIO-Zertifiziert, dass verschiedene Auflagen erfüllt werden müssen.

Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

  1. Der Standplatz der Bienen sollte so gewählt sein, dass die Belastung für die Bienen und ihre Produkte so gering wie möglich ist.

  2. Beuten (Bienenhäuser) und Rahmen dürfen nur aus natürlichen unbehandelten Materialien sein. Ein Außenanstrich darf nur mit ökologischen Stoffen (z. B. Leinöl) gemacht werden.

  3. Die Völkerführung soll sich an den natürlichen Bedürfnissen der Bienen orientieren, das Brutnest soll nicht durch umhängen gestört und Absperrgitter nur im Ausnahmefall verwendet werden. Die Bienen müssen die Möglichkeit haben, auf mindestens 10 % des Brutraumes einen Naturwabenbau zu errichten.

  4. Die Vermehrung der Völker soll an den natürlichen Kreislauf der jahreszyklischen Entwicklung des Bienenvolkes angepasst werden.

  5. Ein Zukauf von Völkern oder Königinnen ist nur aus Betrieben mit biologischer Bienenhaltung möglich.

  6. Der Wachskreislauf sollte innerbetrieblich bleiben. Das heißt zur Herstellung neuer Mittelwände soll das eigene Wachs verwendet werden. Es darf nur zertifiziert rückstandsfreies Wachs zugekauft werden.

  7. Die Wabenlagerung muss kühl, trocken und geruchsneutral sein.

  8. Die Fütterung der Bienen darf mit Bio-Honig, Bio-Zuckersirup oder Bio-Zucker durchgeführt werden.

  9. Die biologische Imkerei ist darauf ausgerichtet, die Selbstheilungskräfte und die Vitalität der Bienenvölker zu erhalten. Zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung dürfen nur Mittel verwendet werden, die für die biologische Imkerei zugelassen sind. Darunter fällt auch die Varroabehandlung, die leider unumgänglich ist. Zur Reinigung und Desinfektion dürfen nur natürliche Methoden mit ökologischen Mitteln durchgeführt werden (Abflammen, Wasser, Dampf, Ameisen-, Milch-, Oxalsäure…).

  10. Honig in der ursprünglichen Form ist Wabenhonig und diese hochwertige Qualität soll bis zum Verkauf erhalten bleiben.

  11. Die Honiglagerung muss luftdicht, dunkel, trocken, kühl und in Edelstahlbehältnissen erfolgen. Für den Verkauf wird nur Glas verwendet.

  12. Genaue Aufzeichnungen sind zu führen: Standortplan, Fütterung (Art, Datum, Menge), Behandlung, Krankheiten, Wanderplan, Völkerbestandsliste, allgemeine Aufzeichnungen über Ernte, Zukauf, Verkauf, Verarbeitung…

  13. Voraussetzung für die Genehmigung des Antrags auf Bio-Zertifizierung bei Bio Austria ist ein Umstellungszeitraum von 12 Monaten, in dem alle vorgeschriebenen Richtlinien eingehalten werden und auf ökologische Materialien umgestellt wird. Des Weiteren ist ein Bio-Kurs zu absolvieren und die laufenden Kontrollen des Betriebes, der Arbeitsweise und der Beuten (Honig, Waben) müssen bestanden werden.

Dieser zusammengefasste Einblick lässt ungefähr erahnen, wie aufwendig die Bio-Imkerei gestaltet ist. Dazu kommen dann noch die zusätzlichen Kosten für die Kontrollen, das Futter, das bio-zertifizierte Wachs und Mitgliedsbeiträge einer BIO-Kontrollstelle.

Zusätzliche Hürden sind auch der zeitliche Aufwand für Dokumentation und die regelmäßigen Kontrollen. Wenn man das alles weiß, ist es leichter zu verstehen warum Bio-Produkte teurer sind als konventionelle.

Ich selber habe noch kein Bio-Gütesiegel,  weil dies für eine Hobbyimkerei ein zu großer finanzieller Aufwand ist.

Für die Herstellung von gesunden Pflegeprodukten sollte man besonders auf die Qualität des Wachses und des Honigs achten. Bei genauerer Betrachtung wird klar, warum eigentlich nur Bio-zertifizierte Produkte in Frage kommen:

Bio-zertifiziertes Wachs bedeutet, es ist getestet und absolut rückstandsfrei. Es enthält keine Giftstoffe. Das Bienenwachs ist eine fetthaltige Substanz, welche die Eigenschaft hat viele Schadstoffe wie Varroazide oder Spritzmittel aufzunehmen. Diese werden somit auch Großteils aus dem Honig herausgefiltert. Das ist der Grund, warum der Honig weitgehend von Giftstoffen frei ist. Sind diese Stoffe aber einmal im Wachs, bleiben sie auch dort und werden durch den öffentlichen Wachskreislauf in der konventionellen Imkerei weitergegeben.

Das heißt, die ImkerInnen geben ihr Wachs im Imkerbedarfsgeschäft zurück, dort wird alles gesammelt und dann in Partnerfirmen zu neuen Mittelwänden verarbeitet. Diese werden von den ImkerInnen gekauft und wieder in die Bienenhäuser gegeben. Somit gelangen viele Umweltgifte in den Wachskreislauf und auch zu unseren Bienen und in unsere Pflegeprodukten.

Demeter hat hier besonders strenge Vorschriften: es wird nur Naturwabenwachs (also von den eigenen Bienen selbst gebautes Wachs) für die Herstellung von Mittelwänden verwendet. Im Brutraum bauen die Bienen selbst und die Nachkommen dürfen im Naturwabenbau wachsen. Der Brutraum muss so gestaltet sein, dass das Brutnest nicht von Rähmchenleisten durchtrennt ist. Das heißt, die Bienentraube wird nicht durch Holzleisten unterbrochen und hat als Einheit beste Voraussetzungen für organisatorische Höchstleistungen.

Die Verarbeitung von Wachs und Honig für Kosmetikprodukten sollte unter Beachtung der Erwärmungsgrade erfolgen.

Honig sollte nie über 35 Grad erhitzt werden, da er dann seine wertvollen Inhaltsstoffe verliert. Bienenwachs schmilzt bei ca. 60 Grad und sollte auf keinen Fall kochen, da sonst die Enzyme zerstört werden.

Beim Einkauf von Bienenprodukten sollte unbedingt auf die Bio-Zertifizierung geachtet werden. Oder sie haben eine Imkerin oder einen Imker ihres Vertrauens, bei der/dem sie sicher sein können, dass ökologisch gearbeitet wird. Wie bereits erwähnt hat Demeter besonders strenge Vorschriften und hier können sie darauf vertrauen ein hochwertiges Produkt zu kaufen.

Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten und etwas Gutes für unsere Bienen tun. Mit dem Kauf bei der/dem ImkerIn aus der Region vermeiden wir lange, umweltbelastende Transportwege und unterstützen gleichzeitig die Arbeit unserer heimischen ImkerInnen. Verwenden sie im Garten keine Pestizide und umweltbelastende Produkte.

Bereichern sie ihren Obst-, Gemüse- und Blumengarten mit Bienenpflanzen wie z.B. Apfel-, Kirschbäume, Krokus, Schneeglöckchen, Primel, Weide, Kastanie, Rosmarin, Fette Henne, Glockenblume, Gurken, Himbeeren, Klee, Sonnenblume, Thymian, Eisenhut, Aster, Oregano, Haselnuss, u.v.m.

Vielen Dank Karin für den Einblick in deine nachhaltige Bienenhaltung und über die reichhaltigen Informationen zu den Bienenprodukten!

Diese sanfte Creme ist Reinigung, Peeling und Pflege in einem. Ideal nach dem Winter als Gesichts- und Handpeeling.

Zutaten: 1 EL Joghurt, 1 TL Honig, 1 TL Mohnsamen
Zubereitung: Alle Zutaten in einer Schüssel gut verrühren – fertig!

WICHTIG: Vor der Zubereitung Hände waschen und alle Utensilien mit Alkohol desinfizieren. Sauber Arbeiten ist das Wichtigste Kriterium für eine lange Haltbarkeit!!!

Anwendung: Die Gesichtsreinigung auf das feuchte Gesicht auftragen und sanft einmassieren. Mit lauwarmen Wasser gut abwaschen.
Wirkung: Das Mohnöl enthält essentielle Fettsäuren, welche die Haut regeneriert und zart macht. Mohn entfernt sanft alte Hautschüppchen und Honig lindert irritierte Haut.
Haltbarkeit: im Kühlschrank ein paar Tage
Tipp: Ein Gesichtspeeling sollte max. 1-2 x pro Woche durchgeführt werden.

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Kontakt: Karin Jacobs
Tel. 0650/86 25 454
E-Mail: karin.jacobs@bohne.cc

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