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RINGELBLUME – Die Wundheilerin

Die Ringelblume gilt seit dem Mittelalter als eine der wichtigsten Heilpflanzen und war typisch für Kloster- und Apothekergärten. Ihr Hauptanwendungsgebiet ist die Haut- und Wundpflege. Die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe der Ringelblumenblüten wurde 1986 vom Bundesgesundheitsamt bestätigt, auch ihre wundheilende und zellerneuernde Wirkung ist wissenschaftlich anerkannt.

  • Pflanze: einjährig, ca. 30-60 cm hoch

  • Blätter: spatelförmig, behaart

  • Frucht: geringelte Samen (daher der Name Ringelblume)

  • Geschmack: manchmal auch leicht bitter

  • Sammelort: auf regelmäßig gemähten Wiesen, in Parks und Gärten auf nährstoffreichem Untergrund

  • Geschmack: bittersüß, gute Kombination mit Minze, Melisse und Gänseblümchen

  • Erntezeit: dank der ausdauernden Blüte von Mai bis Oktober

  • Standort: keine besonderen Ansprüche, gedeiht an sonnigen und luftigen Standorten

  • Wirkung: entzündungshemmend, abschwellend, antibakteriell, wundheilend, haut- und schleimhautregenerierend

RINGELBLUME HILFT BEI IRRITIERTER HAUT

Ringelblumenblüten sind Bestandteil vieler Kosmetikprodukte. Wissenschaft und Industrie sind sich darüber einig, dass die Pflanze die Kraft hat, die Zellproduktion anzuregen und so die Haut zu erneuern. In der Körperpflege angewendet, beruhigt sie gereizte Kopfhaut, Insektenstiche oder andere Hautentzündungen.

In der Grünen Kosmetik können wir von den zellerneuernden Eigenschaften der Ringelblume profitieren. Sie regeneriert gestresstes Gewebe und regeneriert strapazierte Haut von zu viel Sonne. Calendula-Salbe ist ein Allheilmittel und sollte in keiner Hausapotheke fehlen.

Ein Gesichtswasser aus den Blüten macht die Haut klar und frisch. Bei schuppigem und trockenem Haarboden eignet sich die Ringelblume ideal als Haarspülung nach dem waschen.

Weitere Anwendungen von Ringelblume:

  • wirkt Schwangerschaftsstreifen entgegen (als Mazerat, Salbe)

  • bekämpft unreine & irritierte Haut, sowie Pickel (als Kompresse, Gesichtswasser)

  • lindert schuppige und trockenen Haarboden (Spülung mit R.-Aufguss)

  • fördert die Haut- und Wundregeneration und unterstützt bei Sonnenbrand, Insektenstiche, Juckreiz, After-Sun-Pflege (als Salbe)

  • hilft bei Blutergüssen, offenen Stellen, Abszessen und Hautentzündungen (als Umschlag mit Ringelblumen-Aufguss)

  • für offene Wunden und rissige Hände (als Salbe)

Die Ringelblume sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Dank ihrer sanften Inhaltsstoffe ist sie sowohl für die Säuglingspflege, als auch für die Behandlung von Druckgeschwüren durch Wundliegen geeignet. Auch bei alltäglichen Verletzungen, schlecht heilenden Wunden oder Sonnenbrand bietet sie schnelle Erste Hilfe.

Schon Hildegard von Bingen schätzte die Ringelblume und nannte sie liebevoll „Ringella“. In Klostergärten wurde die Calendulapflanze kultiviert und zu typischen Klostersalben verarbeitet. Auch heute findet man die Inhaltsstoffe der Ringelblume in vielen handelsüblichen Salben und Tinkturen. Wer keine eigenen Pflanzen ziehen möchte, kann in jeder Apotheke getrocknete Calendula-Zungenblüten kaufen. Wichtig ist, dass die Blüten schonend getrocknet wurden. Bei zu schneller Trocknung bleiben zwar die Farbstoffe der Blüten erhalten, viele Inhaltsstoffe jedoch gehen dabei verloren.

Ringelblumen-Tee wird hauptsächlich zur Beruhigung von Magen und Darm sowie zur Unterstützung von Leber und Galle getrunken. Auch in der Frauenheilkunde kommt die Pflanze zur Anwendung, ihr wird eine östrogenartige Wirkung und Milderung von Wechseljahrs-/Menstruationsbeschwerden nachgesagt.

Weitere Anwendungen bei kleinen Wehwehchen:

  • Lindert Verstauungen, Geschwüre (als Kompresse, mit Ringelblumen-Aufguss)

  • Hilft bei Zahnfleisch- und Halsentzündungen (Gurgel- oder Mundwasser mit Ringelblumentee)

  • Gegen Menstruationsbeschwerden (Tee)

  • Unterstützt bei Vaginalinfekten (Sitzbäder mit Ringelblumen-Aufguss)

  • Fördert die Menstruation (Tee)

  • Gegen Warzen & Hühneraugen (Pflaster)

Wichtig: Hierbei handelt es sich um Empfehlungen. Die Anwendungen von Heilpflanzen ersetzt niemals ärztliche Konsultation.

Ein Highlight fürs Auge sind die knallig gelben bis orangefarbenen Blütenblätter auf Tellern und im Tee. Sie verleihen Speisen eine safranähnliche, gelbe Farbe. Besonders Butter und Käse kann man damit sehr gut färben. Die Zugabe der Blütenblätter bei Fisch, Wild, Suppen, Reis, Eiergerichten und Kuchen ersetzt echten Safran. Die Blütenblätter wurden früher als “falscher” Safran verkauft.

Verwendete Pflanzenteile
Blüten:
Kräutersalz, Tee, Blütenbutter, zur Dekoration von Speisen, als Safranersatz bei Fisch, Wild, Suppen, Reis, Eiergerichten und Kuchen, zum Färben von Soßen, Suppen

Die Blüten können von Mai bis Oktober geerntet werden. Vielerorts wird empfohlen, nur die Zungenblüten zu verwenden. Es kann vorkommen, dass auf Ringelblumen allergische Reaktionen auftreten können. Zur Konservierung kann man das Pflanzenmaterial entweder langsam trocknen oder direkt mit Öl oder Alkohol ansetzen und zu Ringelblumensalbe weiterverarbeiten.

Wer Rezepte mit Ringelblumen ausprobieren möchte, interessiert sich vielleicht auch für folgende Beiträge von mir:
Ringelblumensalbe selbst gemacht
Flower-Power-Blüten-Salz

Die Ringelblume ist extrem pflegeleicht und lässt sich im Hausgarten oder auf dem Balkon kultivieren. Die Aussaat kann ab März im Freiland erfolgen. Um das Beet herum gepflanzt, vermindert sie den Schneckenbefall oder sonstige Schädlinge und verbessert die Bodenqualität. Auch Bienen freuen sich über die ganzjährig verfügbare Blütennahrung.

ERNTE
Ab der Vollblüte können mehrmals pro Woche die vollständig geöffneten Blüten bei trockenem und sonnigen Wetter abgezupft werden.

TROCKUNG
Einzeln nebeneinander aufgelegt, auf Gitter, Kisten oder Tücher, trocknen die Blüten nur langsam. Wenn es schneller gehen soll, können auch nur die Zungenblüten ohne Kelch durch natürliche Trocknung haltbar gemacht werden. In einem Mini-Dörrer, bei schonenden 38°C, geht der Trocknungsvorgang schneller. Die getrockneten Blütenköpfe werden in verschließbaren Behältnissen dunkel und trocken gelagert.