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Rosskastanie – Heimischer Waschbaum

In den allseits bekannten und schon bei Kindern beliebten Früchten des Rosskastanienbaumes steckt mehr als „nur“ ein Spielzeug. Der imposante Schattenspender ziert Gärten, Alleen und Parks und wird seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde als Arzneipflanze eingesetzt.

Der aus dem antiken Südosteuropa stammende Rosskastanienbaum wurde im 16. Jahrhundert nach Europa importiert. Ludwig der XIV ließ seine Schlossgärten und Alleen mit dem stattlichen, weißblühenden Baum bepflanzen.

In der traditionellen Volksmedizin werden, mit Ausnahme der Wurzeln, alle Pflanzenteile für Heilzwecke verwendet. Heute sind die Inhaltsstoffe der Kastanie selbstverständlich schon genau erforscht. Ihre adstringierende und schmerzhemmende Wirkung wird in der Venenheilkunde eingesetzt, oder um das Gefäßsystem zu stärken. Weitere Details unter “Rosskastanie als Hausmittel”.

Weniger gemein bekannt ist der Einsatz der Rosskastanie als Waschmittel. Durch den hohen Anteil an den seifenartigen Saponinen erzielt die Rosskastanie eine sehr effektive Waschwirkung. Die „heimische Waschnuss“ kann daher bedenkenlos als Alternative zur indischen Waschnuss verwendet werden. Mehr noch, dieses hautverträgliche Waschmittel kann einfach, günstig und umweltschonend zuhause hergestellt werden, und muss nicht vorher um die halbe Welt reisen.

Die Rosskastanie ist sehr ergiebig. Mit nur zwei Kilogramm getrocknete Rosskastanienpulver können 100 Waschmaschinengänge gewaschen werden. Rosskastanien-Waschmittel selber machen! Hier geht`s zum Rezept

Die Verwendung der Rosskastanie ersetzt chemische Waschchemikalien, verringert Transportwege und tut somit Haut, Umwelt und der Brieftasche gut.

  • Pflanze: sommergrüner, bis 25 m hoher Laubbaum mit breiter und ausladender Krone, schwach giftige Pflanzenteile: Samen und Samenschale, unreife Früchte.

  • Blätter: 5-7 Fiederblättchen bis 25 cm lang und 10 cm breit, oberseits stumpf dunkelgrün, unterseits etwas heller, kahl. Das Herbstlaub ist schön goldgelb bis braungelb.

  • Knospen: Winterknospen sehr groß, bis 3 cm lang und 1,5 cm dick, dunkelbraun-rötlich, sehr klebrig

  • Blütezeit: April bis Mai blühend, Blüten zahlreich in aufrechten, rispenartigen Blütenständen von pyramidalem Umriss, bis 30 cm hoch. Einzelblüten eingeschlechtlich zwittrig, Fremdbestäubung durch Bienen.

  • Früchte: 5-7 cm große, kugelige, grüne Stachelkapsel mit 1-2 rundlich-abgeflachten, glänzend rötlich-braunen Samen (Kastanien). Ungenießbar und leicht giftig. Trägt Früchte ab September.

  • Erntezeit: von Mitte September bis Ende Oktober

  • Geschmack: nicht essbar!!!

  • Sammelort: heimisch ist die Rosskastanie in den Balkaninseln und wurde nach Mitteleuropa eingebürgert worden.  Bei uns werden Rosskastanien gerne in Parks und Gärten, oder in Alleen kultiviert.

  • Eigenschaften: venenwirksam,entzündungshemmend und ödemausschwemmend blutreinigend. blutstillend, schmerzstillend,

Die Rosskastanie hat keine besonderen Ansprüche. Sie bevorzugt frische bis feuchte, tiefgründige, nährstoffreiche Böden, schwach sauer bis alkalisch.

Verwendung als: Einzelbaum, Alleebaum, Bienenweide

Für eine Pflanzung im Garten benötigt ein Baum sehr viel Platz. Aufgrund seiner ausladenden, großen Krone die sehr viel Schatten spendet, sind Obstbäume in unmittelbarer Nähe nicht so ideal. Sie erhalten zu wenig Licht.

Die Rosskastanie ist trotz ihres hohen Verbreitungsgrads nicht als einheimische Baumart anzusehen. Die meisten heimischen Insektenarten sind nicht auf sie spezialisiert, was sie gegenüber Krankheiten und Schädlingen (z.B. Miniermotte) sehr anfällig macht.

Um die Larven der Miniermotte einzudämmen, muss das Herbstlaub unbedingt gründlich entfernt und kompostiert oder verbrannt werden.

Typische Krankheitssymptome:

  • Miniermotte: Die Fraßgänge der Larven führen zu einer schnellen Braunfärbung und damit zum langsamen Welken der Blätter schon im Sommer. Der Befall ist ausschließlich bei weißblühende Rosskastanienbäume vorhanden.

  • Rosskastanien Sterben: ausgelöst durch ein Bakterium (Pseudomonassyringaepv. aesculi). Befallene Bäume bilden in der Vegetationsruhe vermehrt Pilze am unteren Teil des Stammes, sowie zeigen zudem auf der Rinde Leckstellen vom Stammfuß bisin die Krone. Es läuft ein rostbraune bis schwärzliche Flüssigkeit aus.

Die Rosskastanie ist seit 450 Jahren ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Stadt- und Landschaftsbild, obwohl sie genau genommen keine einheimische Pflanze ist.Trotz des bundesweiten Miniermottenproblems,sollten wir die Rosskastanie auch zukünftig pflanzen um ihr weiterhin einen Platz in unserem Lebensraum zu sichern.

ROSSKASTANIE BEI VENENSCHWÄCHE & SCHMERZEN

Die heilenden Wirkstoffe in der Rosskastanie wurden bereits früh in der Volksheilkunde eingesetzt. Sie hat adstringierende, entwässernde, entzündungshemmende, schmerzstillende und venenstärkende Eigenschaften. Inhaltsstoffe wie Saponine und das schmerzstillende AESCIN mildert die Neigung zu Krampfadern. Dadurch bilden sich Ödeme und venöse Stauungen zurück und reduziert Beschwerden wie “schwere Beine”.

Die Wirkstoffe der Rosskastanie stärken die Gefäße, erhöhen ihre Elastizität und bewirken, dass weniger Flüssigkeit in das umliegende Gewebe austreten kann. Parallel dazu werden die feinen Blutkapillaren angeregt, mehr Gewebsflüssigkeit aufzunehmen und abzutransportieren. Durch diese Mechanismen können Schwellungen reduziert werden, was in weiterer Folge die Beschwerden mildert.

Ihre Inhaltsstoffe regen außerdem Stoffwechsel und Durchblutung an, und fördern den Rückstrom des Blutes zum Herzen.

VIELSEITIGE ANWENDUNGEN

Neben Venenproblemen, Ödemen und Hämorrhoiden hat sich die Rosskastanie auch bewährt bei:

  • schweren Beinen

  • Wadenkrämpfen

  • Blutergüssen

  • Prellungen

  • Zerrungen

  • Muskelschmerzen

  • Sportverletzungen

  • Bindegewebsschwäche

  • Rheuma

  • Gicht

  • Gelenkschmerzen

Für äußerliche Anwendungen wurde in der Volksmedizin eine Vielzahl von wohltuenden Rezepturen verwendet.

  • Früchte zu einem Brei für eine Auflage zerstampfen

  • Tinktur zum Einreiben ansetzten

  • Sud für Badewasser köcheln

  • Kastanien-Ölauszug für eine Beinmassage

  • Kastanien-Ölauszug für eine Salbe, die mit diesem Öl zubereitet wurde

  • Kastanienseife mit Kastanien-Ölauszug

Die Verwendung indischen Waschnüsse ist aus mehreren Gründen zu hinterfragen. Die Frucht des Waschnussbaums ist in Indien ein wichtiges, kostengünstiges Reinigungsmittel. Durch dem massiv angestiegenen Exports nach Europa, und den damit gestiegenen Preis, ist die Waschnuss nun für viele InderInnen nicht mehr bezahlbar. Man sollte sich auch fragen, warum wir ein Produkt über 6.000km transportieren, wenn wir eine wirksame Alternative quasi vor unserer Haustür finden.

Die Rosskastanien können ab Mitte September gesammelt werden. Am einfachsten ist es, die Kastanien gleich zu verarbeiten. Frisch lassen sie sich besser verarbeiten als im getrockneten Zustand. Falls nicht unmittelbar gleich nach dem Sammeln Zeit ist, dann können die frischen Rosskastanien 3-5 Tage luftig aufbewahrt werden. Dabei auf ein Sieb, oder Tuch legen und täglich wenden. Für ausreichend Luftzufuhr sorgen, denn Rosskastanien können schimmeln.

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